Die Weissagungen des Anton Hechler

 

Nach der Lyrik kommt die Prosa. Teilweise sehr abenteuerlich geht es in Manfred Focks „Die Weissagungen des Anton Hechler“ zu. Insgesamt fünf Stücke der literarischen Art präsentiert Fock.

Notbremse, Hannover

 

Manfred Fock hat sich an eine Reihe von  „fußball-Grotesken“ gewagt, die mitunter Beckettsche Ausmaße, wenn auch nicht immer Qualität annehmen. Dennoch: eine Aufführung wert.

Der tödliche Paß, München

 

Manfred Fock ist der renommierte Schreiber des dritten Bandes dieser Reihe. Mit seinem Buch „Der letzte Spieltag“ (1996) heimste der Bayer durch die Bank gute Kritiken ein und legt jetzt mit den „Weissagungen des Anton Hechler“ recht unterhaltsamen Stoff nach. In Form von Grotesken, Satiren und  absurden Monologen stellt Fock, der sich Ringelnatz und Valentin verbunden fühlt, die manchmal kuriosen Auswüchse des Tretsports auf eine sympathische Art in das rechte Licht  und hält uns damit den nicht immer zu unserem Wohlgefallen abbildenden Spiegel vor.

Der Übersteiger, Hamburg

 

Das Buch beginnt mit einem Volltreffer: Die Story von der gefräßigen Riesenfilzlaus, die sich anschlagartig postmodernen Stadionrasen einverleibt und vom dummdreisten Reporter Anton Hechler ist eine witzige, leicht absurde Satire. Manfred Fock trifft die Typen genau, die er aufs Korn nimmt: Professoren-Eitelkeit, Reportergeschwätz und staatsanwaltschaftlicher Verfolgungswahn spielen sich die Bälle zu und der lesende Kicker kommt auf seine Kosten. Mit den Platzwart-Porträts beweist Fock echte Könnerschaft. Wie er mit wenigen Worten Typen und Milieus (Vereinsheim etc.) erfasst, das erinnert ein bisschen an Sigi Sommers Blasius-Spaziergänge. Der Mann kennt eben seine Pappenheimer.


Münchner Merkur

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