Betonfieber

Kennt Ihr diese Zitate von etablierten Publikationen als Referenzen auf Buchrücken? Und habt Ihr jemals ein Zitat aus der All to nah auf einem solchen entdeckt? Wenn nicht, dann kennt Ihr eines meiner Lieblingsbücher Der Schoaß im Hirn nicht! Warum ich das schreibe? Derselbe Autor hat in diesem Jahr einen Sammelband mit Kurzgeschichten und Gedichten, die sich alle um den Fußball und Tipp-Kick drehen, vorgelegt. Beide Genres enthalten viele Literaturanspielungen. Um alles zu verstehen, sollte man schon belesen sein.

All to nah

 

Buch-Autor Manfred Fock ist Verfasser von Sachbüchern als auch Satiren über den beliebtesten Sport der Deutschen – Fußball. Diese Sportart von seiner satirisch-humoristischen Seite aus betrachtet und beschrieben findet der Leser nun in diesem neuen Buch.

Im Kapitel „Erfundene Wahrheiten“ wird mit der Eingangs-Geschichte „Flanke. Schuss. Ball kaputt.“ ein unwirkliches, ja absurd zu nennendes Szenarium beschrieben, in dem er in valentinesker Art und Weise die Fußballwelt auf den Kopf stellt.

In „Holzkopfinferno, Betonfieber“ und „Kleine Reise durch die imaginäre kickinesische Republik“ versetzt der Autor den Leser in eine Fußballwelt, die sich schon allein dadurch auszeichnet, dass sie den Leser dazu verleitet, nicht nur inne zu halten, sondern ihn mit einem Schmunzeln in die andere, vermeintlich reale Welt des so genannten Profifußballs entlässt.

Aus Focks Feder stammen ebenso die „Minuten Gedichte“ – er nennt sie „Verdichtungen“, die er als Verfasser mit Dr. Fridolin Fox überschreibt, wie ehedem das vor zwei Jahren neu aufgelegte Kultbüchlein „Der Schoaß im Hirn“.

Mit „Das Klicken der Abseitsfalle“ – wenn am Sonntagnachmittag, sei es vor 50, 20 oder 10 Jahren der „wahre“ Fußball die Geschichten für das Leben schreibt, sei als Schiedsrichter in den unteren Gefilden der Amateurligen, oder als Spieler in einer Freizeitfußballmannschaft – zeigt Manfred Fock seine Könnerschaft, die er bereits in dem Sachbuch „Der Schiedsrichter im Fußballsport oder was heißt hier unparteiisch?“ oder in der Satire „Die Weissagungen des Anton Hechler“ nachdrücklich bewies.

Überschrieben mit „Der Fußball und das Nichts“ wird Hans-Magnus Enzenbergers Feststellung, nach der das Fernsehen das Nichts sei anhand einer TV-Übertragung eines Fußballspiels ins Gegenteil verkehrt. Mit dieser abschließenden Filmsequenz aus Nanni Morettis Film „Liebes Tagebuch“ wird der Leser zurückgeführt auf die wohlweislich „unglaubliche“ Eingangsgeschichte, wonach nicht sein kann, was nicht „wahr“ ist.

Ein unterhaltsames und kurzweiliges Fußballbuch, „zu lesen aus dem Anstoßkreis, oder von welchem Ort oder Spielfeld auch immer“, sagt Manfred Fock, der sich Hans-Jochim Ringelnatz und vor allem seinem größten bayrischen Philosophen aller Zeiten, namentlich Karl Valentin, verwandt fühlt.

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